Jujutsu (jap.) = Wissenschaft von der Nachgiebigkeit

 

  • Kampfmethode der Samurai und klassifiziert innerhalb des Bujutsu.
  • Es wurde gemeinschaftlich im 19. Jh. reformiert und beinhaltet den Bewaffneten und unbewaffneten Kampf.
  • Die Herkunft ist unbekannt.
  • Die Ursprungsform kam wahrscheinlich im 10. Jh. von Mönchen und Händlern als Kempo (Hakuda Shuhaka) aus China  nach Japan.

Sicher aber ist, dass es in Japan schon lange vorher Formen der unbewaffneten Selbstverteidigung gab.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich verschiedene Bezeichnungen für Jujutsu, wie zum Beispiel: Wajutsu, Yawara, Kumi Uchi, Yoroi Kumi Uchi, Kogusoku, Kempo, Hakuda, Hakushi, Shime, Shuhaku, Taijutsu, Torita, Koshi no Mawari, usw.

die damals alle zum Weg des Bogens und des Pferdes gehörten (Kyuba no Michi). 

Sie verbesserten die primitiven Techniken und verbanden diese mit Bewegungen aus den chinesischen Kampfschulen Quanfa Shuaijiao und Quinna.

 

Die Entstehung der alten Stile

Genaugenommen gab es keine klassische Bujutsu Schule/Ryu,

das nur auf dem Gebrauch der leeren Hand beruhte.

Diese heutige Auffassung entstand erst in der Meiji-Zeit und später.

 

Der grösste chinesischen Einfluss kam 1659 durch den chinesischen Shaolin-Mönch Chen Juan Bin.

Infolgedessen wurde das neue System mit Namen Jujutsu bzw. Jiu Jitsu gegründet.

 

Erst in der Friedvollen Zeit der Tokugawa-Herrschaft entwickelte sich aus den kriegerischen Methoden der Samurai das waffenlose Jujutsu. 

So entstammt das heutige Jujutsu einer Zeit in dem das tragen von Waffen und Rüstungen nicht mehr aktuell war.

Da es auf weniger Kraft ankam als im kriegerischen Ursprung,

räumte es auch körperlich unterlegenen Gegner eine Chance ein.

 

Es enthielt nun: Tritt-,Schlag-, Wurf-, Hebel-, Abführ-, Fessel-, und Festhaltetechniken aber die meisten Schulen lehrten nachwievor auch den Bewaffneten Kampf.

 

In der Tokugawa Periode gab es in Japan etwa 700 Jujutsu Schulen welche alle eigene Techniken entwickelten und das Repartiere unüberschaubar groß werden ließen.

 

Mitte des 19Jh. startete in Japan eine Verdrängungswelle gegen alles traditionelle in der das Jujutsu in Vergessenheit geriet.

Durch den Untergang des Ritterordens (Meiji Periode) beherrschten nur noch wenige diese Kunst der Selbstverteidigung.

 

Der deutsche Medizinprofessor Erwin Baelz (1876 bis 1902 an der Universität von Tokyo)

half entschieden mit das in Vergessenheit geratende Jujutsu neu zu beleben.

 

Er studierte unter Meister Sakakibara das Kenjutsu, bis er den Jujutsulehrer Totsuka kennen lernte.

Er war von der Agilität des 70 jährigen Meisters so beeindruckt, dass er beschloss,

diese Kampfkunst selbst zu lernen und seinen Studenten als Gymnastikform beizubringen.

Aufgrund seiner Initiative wurde diese fast vergessene Kunst in den Lehrplan der Tokyoter Universität aufgenommen.

Da ein Schüler daraus den sehr beliebten Wettkampfsport Judo entwickelte, geriet das Jujutsu fast wieder in Vergessenheit.

Allerdings fand es bald in Deutschland und Weltweit seinen Platz in der Kunst der Selbstverteidigung.

 

Heute wird Jujutsu in drei Hauptzweige klassifiziert:

  1. Das klassische japanische System. (halten sich strickt an die Tradition und Lehren der alten Zeit)
  2.  Ein neuerer Zweig aus der Meiji-Zeit "Nihon Goshinjitsu", "Goshinjistu". (Seine Techniken sind von Karate, Aikido und Judo beeinflusst und wird vor allem bei der japanischen Polizei und in der Arme geübt)
  3.  Von Nichtjapanern gegründete Systeme. (Die meisten Jujutsu Systeme in Deutschland gehören zu dieser Gruppe)

 

Anfang des 20. Jh. brachten Matrosen diese Kampftechniken nach Deutschland, welche mit der Zeit mit europäischen Ring und Boxtechniken durchsetzt wurden.

So entstand das sogenannte europäische Jiu Jitsu,

dass bis heute noch in vielen Verbänden zur Selbstverteidigung gelehrt wird.

 

1906 eröffnete Erich Rahn die Erste Jiu Jitsu Schule des Landes, nachdem er bei einigen Japanern gelernt hatte.

 

1925 trennten sich die Wege derer, welche Selbstverteidigung und denen welche die Kunst nach den Prinzipien des japanischen Budo lernen wollten.

 

Da wir uns als Lehrer zum erlernen von Selbstverteidigung und Werten zwar für Karat-Do (und Okinawa-Te) entschieden haben, ergänzen wir den Unterricht Sinnvoll mit allen nötigen Techniken des deutschen und japanischen Jiu-Jutsu's um auch im Jiu-Jitsu auf Wunsch, Prüfungen ablegen zu könne.

 

 

Werner Lind: Das Lexikon der Kampfkünste S.270-271