Das Brasilianische Jiu-Jitsu (kurz BJJ)

ist eine Abwandlung und Weiterentwicklung der japanischen Kampfkunst Jūdō und Jiu-Jitsu,

die den Schwerpunkt auf Bodenkampf legt.

 

Das Brasilianische Jiu Jitsu ist die südamerikanische Variante des Kōdōkan Jūdō und wurde von den Brüdern 

 

Carlos und Hélio Gracie entwickelt.

 

 

Carlos Gracie lernte  Judō und gab es an seinen jüngeren Bruder Hélio weiter.

Hélio war körperlich eher schmächtig und konnte viele der traditionellen Judō-Techniken nicht anwenden.

Aus diesem Grund veränderte er die Mechanik und Hebelwirkung vieler Techniken und machte sie somit effektiver und auch für körperlich schwächere Personen anwendbar.

 

In den siebziger Jahren kam einer der Söhne von Hélio, Rorion Gracie in die USA, um dort Karriere zu machen.

Er unterrichtete den Familienstil in seiner Garage.

 

1993 Anfang der Neunziger Jahre eröffnete Rorion eine große Akademie in Los Angeles und erschuf zusammen mit dem Werbefachmann Art Davie die „Ultimate Fighting Championships“ (kurz „UFC“).

 

Bei diesen Kämpfen, welche im amerikanischen „Pay-per-View- Fernsehen“ übertragen wurden, kämpften Kampfkünstler der verschiedensten Stile gegeneinander. Ursprünglich gab es hierzu nur wenige Regeln. Man durfte seinen Gegner weder beißen noch in die Augen stechen. Kopfstöße, Haare ziehen und Schläge in die Leistengegend waren unerwünscht, aber dennoch erlaubt.

 

Ziel war es, den Gegner k. o. zu schlagen oder ihn zur Aufgabe zu zwingen. 

 

Royce Gracie, der Sohn von Hélio Gracie, gewann als leichtester Teilnehmer drei der vier UFC-Turniere.

Dabei beendete er alle gewonnenen Kämpfe durch Aufgabe des Gegners.

 

Auswirkungen des Sieges von Royce Gracie auf die Verbreitung von BJJ

Gracies Kampfstil ist bis heute prägend für BJJ-Kämpfer während eines MMA-Kampfes.

 

Schläge und Tritte, die beim BJJ nicht den Schwerpunkt bilden, werden in erster Linie taktischbenutzt, um den Gegner zu veranlassen, als Schutzreaktion einen Arm oder ein Bein zu bewegen, das dann ergriffen werden kann, um eine finale Hebel- oder Würgetechnik einzusetzen.

 

Im Standkampf wird vor allem die Meidung der gegnerischen Schläge und Tritte geübt.

Die Distanz zum Gegner so schnell wie möglich zu überbrücken, um ihn in den Bodenkampf zu verwickeln, ist ebenfalls BJJ typisch. Die Erfahrung mit regellosen Kämpfen zeigt, dass das eigene Verletzungsrisiko durch ein solches Kampfverhalten minimiert werden kann, da es durch die geringe Distanz in der Bodenlage nur wenige Positionen gibt, in denen harte Schläge ausgeführt werden können.

 

Es ist jedoch falsch, BJJ mit Vale Tudo, Free Fight oder MMA gleichzusetzen.

 

Zwar ist das BJJ-Training für die meisten modernen MMA-Kämpfer obligatorisch,

in den BJJ-Wettkämpfen selbst ist jedoch Schlagen und Treten untersagt.

 

Der Kampfsportler Eddie Bravo entwickelte die Techniken der Familie Gracie weiter und nannte seinen Stil 

10th Planet Jiu Jitsu.

 

Bravos System verzichtet vollständig auf die Nutzung des Keikogis,

weshalb es für den modernen MMA-Wettkampf leichter zu adaptieren ist.

 

Große Berühmtheit erlangte er in Kampfsport-Kreisen durch seinen Sieg über

Royler Gracie während der ADCC Submission Wrestling World Championship 2003.

 

Im Rahmen eines Wettkampfes messen sich Kämpfer in verschiedenen Gewichts- und Anfänger/Fortgeschrittenen Klassen, die sich nach der Gürtelfarbe der Kämpfer einteilen.

Diese Abstufung der Gürtel im BJJ unterscheidet sich von anderen japanischen Gürtelsystemen.

 

Die Farben, vom Anfänger zum Meister, sind weiß – blau – lila – braun – schwarz.

 

Des Weiteren existiert ein Rotgurt, welcher oberhalb des Schwarzgurtes angesiedelt ist.

 

Traditionell werden im BJJ die Gürtel vom Lehrer (in der Regel ein Schwarzgurt) an seine Schüler „verliehen“.

Hierbei ist weniger entscheidend, wie lange die Person BJJ bereits ausübt, sondern anhand des Erfolges,

den die Schüler im Training oder auf Wettkämpfen erzielen.

 

Viele Schulen vergeben auch noch bis zu vier Streifen pro Gurt, die zusätzlich eine Feinabstufung des Könnens darstellen sollen.

 

Regeln

Grundsätzlich sind Beißen, Haarereissen, Schlagen, Treten und Fingerstiche im sportlichen Wettkampf verboten.

Wie dargelegt, grenzt sich Brazilian Jiu Jitsu insofern etwa vom MMA ab, wo Schläge und Tritte unter Berücksichtigung gewisser Regeln erlaubt sind.

 

Regeln des Wettkampfes:

  • Der sportliche BJJ-Kampf mit GI startet in der Regel im Stand und wird meistens nach einem sog. „Takedown“ am Boden fortgesetzt und beendet.
  • Der Kämpfer hat zwei Möglichkeiten den Kampf zu gewinnen.
  • Im BJJ erhalten die Kämpfer für bestimmte Positionen oder Aktionen, die für sie vorteilhaft sind oder den Kampfverlauf zu ihren Gunsten ändern, Punkte oder Vorteile.
  • Beispielhaft für Punktegewinn kann das Einnehmen der „Mount“ – man sitzt auf dem Brustkorb des Gegners
  • oder ein erfolgreicher Sweep – man schafft einen Wechsel von einer ungünstigeren Position in eine bessere.
  • Einen Vorteil hingegen erhält man unter anderem durch ein klares Ansetzen und Versuchen einer Submission.
  • Diese Vorteile werden nur bei einem Punktegleichstand relevant.
  • Unabhängig vom Punktestand besteht jederzeit die Möglichkeit, den Gegner mit einer „Submission“ = Unterwerfung zur Aufgabe zu zwingen, die dieser durch Klopfen mit der Hand auf sich, die Matte, den Gegners symbolisiert.
  • Dies kann durch zahlreiche Würge- und Hebeltechniken herbeigeführt werden.
  • Wird der Gegner durch eine erlaubte Würgetechnik bewusstlos oder eine Hebeltechnik verletzt, ohne aufgegeben zu haben, so gewinnt derjenige, der diese Technik durchgeführt hat.
  • Erreicht keiner der Kämpfer nach Ablauf der Kampfzeit (meistens 5–10 min) eine „Submission“ des Gegners, gewinnt der Kämpfer mit den meisten Punkten.
  • Oftmals sind Techniken mit hohem Verletzungsrisiko wie Kniehebel, Verdrehen des Fußgelenkes für Weiß - oder Blaugurte untersagt. Allerdings wurden hier die Regeln immer wieder gelockert oder geändert.
  • Grundsätzlich hängen die Regeln vom jeweiligen Turnier und Veranstalter ab.

 

 

Abgrenzung zum Luta Livre

Ein dem BJJ sehr ähnlicher Stil ist das brasilianische Luta Livre (Freies Kämpfen).

Im Gegensatz zum BJJ oder Judo wird beim Luta Livre kein Gi getragen.

 

Ein Faktor der Beliebtheit dieses Sports ist die Vielzahl an Wettkämpfen.

 

Weil Körperliche Übergriffe im öffentlichen Raum meist von mehr als einer Person ausgehen,

meiden wir den im Bjj bevorzugten und angestrebten Bodenkampf, da sonst das Risiko des Tretens durch die Mittäter besteht. Wir trainieren, wie wir dem Bodenkampf vorbeugen, entgehen und gehen speziell auf die Selbstverteidigung

gegen mehrere Gegner ein. Auch hier unterscheidet man wieder zwischen Kampfsport= Wettkampf nach Regeln und Kampfkünsten wie zum Beispiel Karate. Als Lehrer haben wir uns daher für Karate-Do (Okinawa-Te) als Lehrsystem zur Selbstverteidigung und Wertevermittlung entschieden. Ergänzt durch Jiu-Jitsu, Ninpo-Ninjutsu, Kyusho jitsu, Eskrima/Combat Arnis, Qi-Gong, Tai Chi, Kobudo, Teakwon-do, Vo Vi nam, JKD, Krav Maga

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einzelnachweise

-Geschichte des Brazilan Jiu Jitsu

-foxsports.com Artikel "UFC-Mitbegründer Campbell MC Laren veröffentlicht auf seinem Twitter-Account die Original UFC Regeln von 1993, Artikel vom 14. Mai 2014, Stand 8. März 2018.

-Original UFC-Regeln von UFC-Mitbegründer Campbell MC Laren auf Twitter, Stand 8. März 2018.

- Kampfbilanz Royce Gracie gesamt einschließlich der ersten vier UFC-Turniere 1993/1994, abgerufen am 8. März 2018

-Geschichte der Ultimate Fighting Championship (UFC)

 

-Bedeutung der Streifen sowie der Gürtelfarben im Brazilian Jiu Jitsu, Fachartikel "Scrantonmma.com, Stand 8. März 2018.

-Graduierung der Gürtel nach IBJJF-Regelwerk

 

-Regeln Luta Livre im Vergleich zu Brazilan Jiu Jitsu